Störungen im steirischen Schienennetz

Begonnen von TW 529, 28 03, 2022, 19:35

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cost

Zitat von: PeterWitt am  11 08, 2026, 20:27Ja, ist mit bewusst, es ging mehr um das "was wäre wenn", und früher (vor dem WWT und der GZU) hat man bei einer Unterbrechung den Ast ab Wien trotzdem bedient, und darum ging es mir.

Ich hatte es auch schon, dass der EC aus Polen zwischen Breclav und Wien aufgehalten wurde wegen einer kurzfristigen Störung und dann ein Railjet als Ersatz von Wien nach Graz fuhr. Also so etwas wird schon gemacht. Wie so oft kommt es aber auf ein paar Details an. Am späten Abend eine Railjet Garnitur inklusive Personal am Wiener Hauptbahnhof zu finden, dürfte einfacher sein als mitten am Tag in Graz. Bei einer wichtigen Strecke wie der Südstrecke wäre ich zwar der Meinung dass man da genug Reserve haben sollte, aber ich verstehe wenn man das eine nicht 1:1 auf das andere übertragen kann.

Wie war das bisher wenn auf der Koralmbahn länger etwas war? Gab es den Fall schon? Ich weiß dass einzelne Züge ohne funktionierende Sprechanlage umgeleitet wurden, aber ein mehrstündiger Ausfall aller Züge? Lässt man dann Graz auch aus und fährt alle Züge über den Neumarkter Sattel?

In beiden Fällen sollte es zumindest ein Ersatzangebot auf dem noch möglichen Teil geben, also Graz - Klagenfurt oder Graz - Bruck. Am besten mit einer Fernverkehrsgarnitur, aber selbst ein einzelner Desiro ML wäre besser als nichts.

PeterWitt

Zitat von: cost am  12 08, 2026, 14:43Ich hatte es auch schon, dass der EC aus Polen zwischen Breclav und Wien aufgehalten wurde wegen einer kurzfristigen Störung und dann ein Railjet als Ersatz von Wien nach Graz fuhr. Also so etwas wird schon gemacht. Wie so oft kommt es aber auf ein paar Details an. Am späten Abend eine Railjet Garnitur inklusive Personal am Wiener Hauptbahnhof zu finden, dürfte einfacher sein als mitten am Tag in Graz. Bei einer wichtigen Strecke wie der Südstrecke wäre ich zwar der Meinung dass man da genug Reserve haben sollte, aber ich verstehe wenn man das eine nicht 1:1 auf das andere übertragen kann.

Wie war das bisher wenn auf der Koralmbahn länger etwas war? Gab es den Fall schon? Ich weiß dass einzelne Züge ohne funktionierende Sprechanlage umgeleitet wurden, aber ein mehrstündiger Ausfall aller Züge? Lässt man dann Graz auch aus und fährt alle Züge über den Neumarkter Sattel?

In beiden Fällen sollte es zumindest ein Ersatzangebot auf dem noch möglichen Teil geben, also Graz - Klagenfurt oder Graz - Bruck. Am besten mit einer Fernverkehrsgarnitur, aber selbst ein einzelner Desiro ML wäre besser als nichts.
Bisher wurden immer alle Halte zwischen Bruck und Klagenfurt ersatzlos aufgelassen. Dass man Graz - Klagenfurt keinen sinnvollen SEV fahren kann, wenn es was im Tunnel hat - ok, nachvollziehbar, aber bei einer Sperre Graz-Bruck müssten hat 2 Garnituren 1x/Std auf der langsamen Trasse pendeln (eben z.B. 2-3 RJX "zweckentfremden"). Und wenn die Sperre nicht im Tunnel ist, dann sollte man zumindest Graz-St. Paul bzw Klagenfurt-Weststeiermark fahren und die kurze Reststrecke SEV anbieten.
Besonders ärgerlich ist dann, dass man auch die Fahrgäste nach St. Paul bzw. nach Kühnsdorf (bei Westbahn) in Bruck aus dem Zug wirft, obwohl man mit etwas längerer Fahrzeit zumindest via Klagenfurt und Regionalverkehr sicher an sien Ziel kommen würde.
So mussten halt alle für Graz/Weststeiermark/St. Paul/Kühnsdorf bis zu 3,5h in Bruck warten und dem planmäßigen SEV zwischen Bruck und Frohnleiten zusehen, wie er alle 30 Minuten ohne einer Menschenseele mit 15m-Bussen oder auch einem Doppeldecker abfuhr (die Sperre war bei Gratwein, also war auch das Rumpfstück Frohnleiten-Graz ohne S-Bahn, aber auch ohne SEV).
Das, zusammen mit den permanent mutwillig zerstörten Anschlüssen in Villach, wirkt halt schon ein wenig so, als wolle man den Betrieb bestmöglich sabotieren.

510-015

Zitat von: cost am  12 08, 2026, 14:43Wie so oft kommt es aber auf ein paar Details an. Am späten Abend eine Railjet Garnitur inklusive Personal am Wiener Hauptbahnhof zu finden, dürfte einfacher sein als mitten am Tag in Graz. Bei einer wichtigen Strecke wie der Südstrecke wäre ich zwar der Meinung dass man da genug Reserve haben sollte, aber ich verstehe wenn man das eine nicht 1:1 auf das andere übertragen kann.
Wenn eine Störung zwischen Graz und Bruck auftritt, ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit mindestens eine FV-Garnitur gerade zwischen Klagenfurt und Graz unterwegs.

Diese Garnitur, die von Graz eh nicht weiter nach Wien fahren kann, kann man wunderbar verwenden, um einen Pendelverkehr Graz - Klagenfurt anzubieten. Da in Graz immer Personalwechsel ist, kann auch fehlendes Personal keine Ausrede sein. Es gibt mindestens einen Lokführer, der in Graz auf einen zu übernehmenden Zug Richtung Klagenfurt wartet, welcher durch die Sperre nicht nach Graz fahren kann. Der kann dann gleich den Pendelzug übernehmen.

Damit hätte man dann schon (mit kurzer Wende) zumindest einen 2h-Takt Graz Klagenfurt.

Hier gibt es einfach keine plausible Ausrede, warum das nicht umsetzbar ist und MUSS das Mindestangebot im Störungsfall sein. Garnitur und Personal dafür sind jedenfalls vorhanden. Da geht es nur um eine ein bisschen flexible Disposition im Störungsfall.


Der Idealfall wäre auch noch eine zweite Garnitur, damit man den RJ Stundentakt fahren kann. Da gibt es aber je nach Situation durchaus Gründe, warum es nicht gehen könnte.

Zitat von: cost am  12 08, 2026, 14:43Wie war das bisher wenn auf der Koralmbahn länger etwas war? Gab es den Fall schon?
Ja, es gab schon Fälle mit Störung zwischen Graz und Bruck und stundenlang kein Verkehr über Klagenfurt.
Im alten Forum als "Bus 15 O530 Citaro L" unterwegs gewesen - jetzt mit kürzerem Usernamen ;D
Aber "15" ist im Namen erhalten geblieben zum leichteren Wiedererkennen ;)

FlipsP

In Graz ist nicht immer Personalwechsel

Franz312

Zitat von: 510-015 am  13 08, 2026, 14:41Wenn eine Störung zwischen Graz und Bruck auftritt, ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit mindestens eine FV-Garnitur gerade zwischen Klagenfurt und Graz unterwegs.

Diese Garnitur, die von Graz eh nicht weiter nach Wien fahren kann, kann man wunderbar verwenden, um einen Pendelverkehr Graz - Klagenfurt anzubieten. Da in Graz immer Personalwechsel ist, kann auch fehlendes Personal keine Ausrede sein. Es gibt mindestens einen Lokführer, der in Graz auf einen zu übernehmenden Zug Richtung Klagenfurt wartet, welcher durch die Sperre nicht nach Graz fahren kann. Der kann dann gleich den Pendelzug übernehmen.

Damit hätte man dann schon (mit kurzer Wende) zumindest einen 2h-Takt Graz Klagenfurt.

Hier gibt es einfach keine plausible Ausrede, warum das nicht umsetzbar ist und MUSS das Mindestangebot im Störungsfall sein. Garnitur und Personal dafür sind jedenfalls vorhanden. Da geht es nur um eine ein bisschen flexible Disposition im Störungsfall.


Der Idealfall wäre auch noch eine zweite Garnitur, damit man den RJ Stundentakt fahren kann. Da gibt es aber je nach Situation durchaus Gründe, warum es nicht gehen könnte.
Ja, es gab schon Fälle mit Störung zwischen Graz und Bruck und stundenlang kein Verkehr über Klagenfurt.
Genau was ich meine!

Die zweite Garnitur wäre die, die sich genau eine Stunde später in der gleichen Lage findet...

Ch. Wagner


Ich glaube nicht, daß dies so einfach ist. Sintemalen es keineswegs klar war, bis wann die Unfallstelle zum Reinigen freigegeben wird und der Verkehr wieder aufgenommen werden kann.

Tubenfalz

Zitat von: Ch. Wagner am  13 08, 2026, 16:31Ich glaube nicht, daß dies so einfach ist. Sintemalen es keineswegs klar war, bis wann die Unfallstelle zum Reinigen freigegeben wird und der Verkehr wieder aufgenommen werden kann.

Genau so ist das, aber manche wissen es halt besser.
Sollen sie es besser machen, sind genug Stellen im Konzern vakant.

510-015

Zitat von: FlipsP am  13 08, 2026, 15:00In Graz ist nicht immer Personalwechsel
Wirklich? Das müssen aber Einzelfälle sein. Jedes mal (wenn ich darauf achte) sehe ich in Graz einen Personalwechsel.
Im alten Forum als "Bus 15 O530 Citaro L" unterwegs gewesen - jetzt mit kürzerem Usernamen ;D
Aber "15" ist im Namen erhalten geblieben zum leichteren Wiedererkennen ;)

510-015

Zitat von: Ch. Wagner am  13 08, 2026, 16:31Ich glaube nicht, daß dies so einfach ist. Sintemalen es keineswegs klar war, bis wann die Unfallstelle zum Reinigen freigegeben wird und der Verkehr wieder aufgenommen werden kann.

Zitat von: Tubenfalz am  13 08, 2026, 17:24Genau so ist das, aber manche wissen es halt besser.
Sollen sie es besser machen, sind genug Stellen im Konzern vakant.
Naja, so schwer wie ihr tut, ist es auch nicht...

Ab dem Zeitpunkt, wo die Züge nicht mehr die Dauer der Sperre abwarten, sondern entweder über den Neumarkter Sattel umgeleitet werden oder eventuell in Bruck wenden und nach Wien zurückfahren, sollte klar sein, dass es länger dauert und ein Ersatzangebot Graz-Klagenfurt notwendig ist.
Im alten Forum als "Bus 15 O530 Citaro L" unterwegs gewesen - jetzt mit kürzerem Usernamen ;D
Aber "15" ist im Namen erhalten geblieben zum leichteren Wiedererkennen ;)

danihak

Ich finde es großartig, wie viele hier verteidigen, dass es bei einer Störung zwischen Graz und Bruck weder Zugverkehr noch eine Alternative von Graz nach Klagenfurt gibt. Das Notfallkonzept ist einfach unzureichend, Punkt.

Sanfte Mobilität

#310
Das Notfallkonzept ist augenscheinlich auch unzureichend, daran zweifelt niemand, dennoch gibt es bei der großen Eisenbahn doch noch ein paar mehr betriebliche Auswirkungen zu bedenken, als im Stadtverkehr, wo man sicher Umleitungen, Kurzführungen o. ä. einfacher umsetzen kann.

Denke, die Grundforderung muss ein, dass die befahrbaren Streckenteile jeweils mit einem Notverkehr versorgt werden müssen und insgesamt gewährleistet sein muss, dass man auch bei einer Störung ab Graz in alle Richtungen seine Verkehrsbedürfnisse befriedigen kann (SEV).

FlipsP

Zitat von: 510-015 am  13 08, 2026, 17:36Wirklich? Das müssen aber Einzelfälle sein. Jedes mal (wenn ich darauf achte) sehe ich in Graz einen Personalwechsel.

In Graz wechseln eigentlich nur Grazer und Brucker. Wobei erstere auch teilweise in Graz wechseln, also starten, dann nach Villach oder Wien fahren, dort wenden, dann komplett an den anderen Endpunkt (also entsprechend Wien oder Villach), wendet und dann erst wieder in Graz wechselt und seinen Dienst beendet.

Von den Villachern wüsste ich nur ein paar Schichten, die in Graz wechseln, weil die auf die ICE umsteigen (teilweise, nicht alle ICE Schichten), die anderen fahren durch.

Bei den Wiener wechseln glaube ich 1 x pro Tag der Tfzf in Graz. Alle anderen fahren durch.

Und die Aufteilung der Züge die durchgehend Wien - Villach und vv fahren, ist ca gleichmäßig Wien - Steiermark  - Kärnten.


Und ja: Man könnte sehr wohl mehr rausholen (und das Beispiel von @510-015 wäre durchaus möglich). Leider sprechen da teilweise Vorgaben dagegen (ich will jetzt nicht gerade von willkürlichen Vorgaben schreiben, aber nicht alle sind technisch ode betrieblich höchst notwendig) und für FV (RJ) wird halt leider auch sehr viel zentral in Wien entschieden. Da hätten die Disponenten vor Ort oft bessere und schnellere Ideen.

Ganz so wie es Christian oder Tubenfalz darstellen ist es nicht. Die beiden Beiträge erinnerten mich beim lesen recht stark an Alteisenbahnerisches ,,des homma immer scho so gmocht, red ned zwischen, du hast ka Ahnung"


Allgemein wäre schon mal schön, wenn man so viel Reserve hätte, dass man in Wien (mehr), Salzburg, Villach und am besten auch in Graz (vielleicht auch Linz, denke aber eher nicht) eine FV Garnitur als Reserve hinstellen könnte. Aber Reserve ist aktuell leider eher Mangelware und Wunschdenken.

riggnix

Natürlich ist das nicht komplett trivial. Aber deswegen machen den Job auch Profis und keine Laien, also darf man sich mMn auch ein ein bisserl ambitionierteres Konzept erwarten.

Man hat einen Taktfahrplan mit Stundentakt (in Bruck nicht ganz sauber). Also grundsätzlich treffen sich an den Knoten immer Züge in beide Richtungen. Wenn das dazwischen unterbrochen ist, hat man immer genug Garnituren, um den Takt beizubehalten wenn man einfach wendet (Verzögerungen bzgl stürzen kommen natürlich dazu). Personal ist wegen Dienstzeiten natürlich nicht ganz so einfach. Das heißt aber nicht dass das jetzt bei jedem Zug unmöglich ist sondern eher, dass man zu gewissen Zeiten Probleme hätte.
Also zwischen Wien und Villach muss es mMn einfach der Anspruch sein, dass man bei Störung überall, außer auf der betroffenen Kante, den Stundentakt weiterfährt. Dazwischen wird man einen SEV brauchen (das ist eh das kompliziertere Problem). Alles was weiter fährt als Wien bzw. Villach ist natürlich komplizierter, da ist warten oder umleiten sicher auch eine Lösung, je nach Situation.

Ich verstehe das ganze "man weiß ja nicht, wie lange die Störung dauert"-Argument nicht. Wäre das nicht eigentlich ein Grund, erst recht ein besseres Ersatzkonzept zu haben?
Wenn man als Ersatz einfach den Stundentakt weiterfahren kann, ist es egal, wie lange die Störung dauert.

Vielleicht bin ich einfach naiv, aber mir hat bis jetzt noch keiner schlüssig erklären können, warum das nicht gehen soll. Ich lass mich gerne eines Besseren belehren, aber "die Profis wissen halt, dass das nicht geht" ist mir zu wenig...

Franz312

Zitat von: FlipsP am  13 08, 2026, 20:25Allgemein wäre schon mal schön, wenn man so viel Reserve hätte, dass man in Wien (mehr), Salzburg, Villach und am besten auch in Graz (vielleicht auch Linz, denke aber eher nicht) eine FV Garnitur als Reserve hinstellen könnte. Aber Reserve ist aktuell leider eher Mangelware und Wunschdenken.
Die Reserve muss auch nicht immer ein RJ sein! Dafür wären die viele, "alten" IC -Wagen perfekt... hätten die ÖBB die nicht verkauft! Oder auch die IR Garnituren, wenn sie ETCS haben

Maschansker

Es stimmt nicht das keine Züge zwischen Graz und Klagenfurt fuhren.
Die WB-Garnitur aus dem 1002 wendete am grazer Hauptbahnhof, und fuhr retour nach Villach.
Es wurde sowohl vom Personal als auch per Lautsprecherdurchsage unzählige Male mitgeteilt das die ÖBB und die WB ihre Tickets in diesem Ausnahmefall gegenseitig anerkennen.
Tatsächlich ist besagte Garnitur beinahe leer zurück nach Kärnten gefahren,
der ICE 116 fuhr ebenfalls pünktlich ab.