Fahrradstraße Marburger Straße

Begonnen von FlipsP, 21 03, 2023, 13:10

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ptg

Zitat von: LS64 am  30 06, 2026, 10:43Der Schilderwald war nur ein Beispiel für Inattentional Blindness, das ist - offensichtlich habe ich das wohl nicht klar genug geschrieben - nicht meine Meinung zur aktuellen Situation in der Marburger Straße.

Irgendwo in einer Innenstadt, wenn möglicherweise schon jemand hupt oder Leute herumfuchteln, kann ich mir eher vorstellen, dass man da einmal etwas falsch interpretiert oder reagiert. Aber in der Marburgerstraße tu ich mir schwer, das mit inattentional blindness zu begründen.
Zu Beginn waren glaube ich schon auch Spezialisten dabei, die bewusst probiert haben, hinter einem Bus doch noch nachzufahren.


Bin zwar schon einige Male mit dem 64er dort mitgefahren, bin mir aber nicht sicher: Es fahren alle 3 Poller rauf- und runter?
Vielleicht sollte man die Straße dort verbreitern und 4 Poller verbauen und es fahren immer nur 2 runter, damit die anderen 2 sichtbar bleiben.
Ev. helfen in solchen Situationen auch eher Einfahrt-verboten-Schilder statt Fahrverbotsschilder. Blöd gesagt: Tendenziell tät ich - als Ortsunkundiger - bei einem Fahrverbot eher einfahren als gegen die Einbahn.


Martin

Zitat von: LS64 am  30 06, 2026, 10:43* Eine liebe Freundin von mir hat als Studentin unabsichtlich falsch geparkt nach 7 Stunden Uni und 4 Stunden Putz-Arbeit. Dann musste sie das doppelte, was sie beim Putzen wöchentlich verdient hat, als Strafe abzahlen - das war für sie damals ganz schlimm, sie hat die ganze Rückfahrt geweint. Hatte kaum Geld, keine Unterstützung seitens der Eltern. Ja, war ihr Fehler, keine Frage. Aber hinter allen solchen Fehlern stehen Individuen. Anderen ist so eine Strafe vollkommen egal.
Drastisches Beispiel, aber ich erinnere mich in solchen Fällen daran zurück. Vielleicht macht das meinen Standpunkt hier klarer.

Ich habe mittlerweile seit mehr als 35 Jahren einen Führerschein und war, abgesehen vom letzten Jahr, oft und viel mit unterschiedlichen Automobilen unterwegs - ja sogar eine Zeit lang nebenberuflich als Nachttaxifahrer in Graz.
In der gesamten Zeit hat sich die Rücksichtslosigkeit der Verkehrsteilnehmer vervielfacht. Fahrer*innen, die ihr Vehikel einfach irgendwo abstellen oder auch Verkehrswege benutzen - wissentlich - dass dies verboten ist.
Der Umgang mit anderen Verkehrsteilnehmern wurde immer ignoranter und dieser Anteil an Lenker*innen wächst stetig.
Heute muss ich Gott sei Dank nur mehr selten ein Fahrzeug lenken.
Kontrollen durch die Polizei gibt es so gut wie keine mehr. Das wäre schon gehöriges Pech, wenn man bestraft wird. Ich sehe öfter Polizeiautos, die Falschfahrer oder Falschparker bewusst ignorieren, weil das Arbeitspensum der Exekutivmitarbeiter stark gestiegen ist und diese sich um viele andere Dinge - abseits vom Verkehr - kümmern müssen.
Früher brauchte man keine Poller, Schranken oder gar Security-Personal, da wurden Verkehrsregeln auch ohne Kontrolle bzw. Sperren eingehalten. - Diese Zeiten sind lange vorbei und ich finde jeder, der "Bekanntschaft" mit einem Poller macht, selbst für die Einhaltung der Verkehrsregeln verantwortlich ist. Dazu kann man nur sagen: SSKM
Die Standardausrede - das war unabsichtlich, wurde übersehen usw. gilt aus meiner Sicht schon lange nicht mehr.
Dazu kommen dann noch Alkoholdelikte , so wie vor kurzem bei einem burgenländischen Landestrat, der zuerst behauptete er sei nicht selbst gefahren und das leidige Thema Smartphone am Steuer. Dazu sei nur eines gesagt: Das Smartphone wird von allen Verkehrsteilnehmern genutzt und es passieren immer wieder schlimme Unfälle. Auch auf Schienen.

Die Selbstverantwortung der Menschen geht immer mehr verloren und die Allgmeinheit wirds schon richten.
Das ist sehr traurig aber ich sehe nicht einmal im Ansatz eine Möglichkeit, dass die Gesellschaft sich verbessern könnte.
Liebe Grüße
Martin

PeterWitt

#197
Zitat von: LS64 am  30 06, 2026, 10:43Ich bin weiterhin jemand, der die Grenzen gerne behalten würde aber auch ganz klar kaputte Autos und verletzte Menschen vermeiden möchte. Und ja, ich habe Mitgefühl - freiwillig fährt da niemand rein. Und es sitzt vlt. nicht nur der Fahrer selbst im Auto. Und für manche ist so ein Unfall existienzbedrohend*. Und errare humanum est.

Ich glaube erst daran, dass das jemand absichtlich versucht hat, wenn es darauf klare Hinweise gibt.
Nun, solche Poller sind durchaus auch dafür da, dass keine anderen Menschen verletzt werden, z.B. Einfahrt in FuZo. Am Leonhardplatz würde ich sowas aus der Leonhardstraße durchaus auch bevorzugen, denn es grenzt an ein Wunder, dass da nicht öfters was passiert, so viele PKW wie dort aus der Leonhardstraße illegal und meist ohne große Kümmerei in die Riesstraße oder auch Hilmteichstraße fahren.
Ja, so ein Poller beschädigt dann einen PKW, und ja, bei entsprechendem Tempo kann der Lenker auch verletzt werden, aber es trifft den, der's auch verursacht hat und keine unbeteiligten anderen.

Zur Absicht: es mag welche geben, die es mit voller Absicht versuchen (eben sich hinter dem Bus durchdrängen), und da habe ich genau kein Mitleid. Der Großteil wird sich einfach nur denken: ist doch egal, Regeln gelten für andere, nicht für mich. Ist jetzt kein unmittelbarer Vorsatz, das Risiko auf sich zu nehmen, aber dennoch ein bewusst in Kauf genommener Regelverstoß, und ob es dadurch zu einer Strafe oder einem Schadensfall kommt ist halt in meinen Augen ebenso billigend in Kauf genommen worden.

Ragnitztal

Zitat von: Martin am  30 06, 2026, 12:04Ich habe mittlerweile seit mehr als 35 Jahren einen Führerschein und war, abgesehen vom letzten Jahr, oft und viel mit unterschiedlichen Automobilen unterwegs - ja sogar eine Zeit lang nebenberuflich als Nachttaxifahrer in Graz.
In der gesamten Zeit hat sich die Rücksichtslosigkeit der Verkehrsteilnehmer vervielfacht. Fahrer*innen, die ihr Vehikel einfach irgendwo abstellen oder auch Verkehrswege benutzen - wissentlich - dass dies verboten ist.
Der Umgang mit anderen Verkehrsteilnehmern wurde immer ignoranter und dieser Anteil an Lenker*innen wächst stetig.
Heute muss ich Gott sei Dank nur mehr selten ein Fahrzeug lenken.
Kontrollen durch die Polizei gibt es so gut wie keine mehr. Das wäre schon gehöriges Pech, wenn man bestraft wird. Ich sehe öfter Polizeiautos, die Falschfahrer oder Falschparker bewusst ignorieren, weil das Arbeitspensum der Exekutivmitarbeiter stark gestiegen ist und diese sich um viele andere Dinge - abseits vom Verkehr - kümmern müssen.
Früher brauchte man keine Poller, Schranken oder gar Security-Personal, da wurden Verkehrsregeln auch ohne Kontrolle bzw. Sperren eingehalten. - Diese Zeiten sind lange vorbei und ich finde jeder, der "Bekanntschaft" mit einem Poller macht, selbst für die Einhaltung der Verkehrsregeln verantwortlich ist. Dazu kann man nur sagen: SSKM
Die Standardausrede - das war unabsichtlich, wurde übersehen usw. gilt aus meiner Sicht schon lange nicht mehr.
Dazu kommen dann noch Alkoholdelikte , so wie vor kurzem bei einem burgenländischen Landestrat, der zuerst behauptete er sei nicht selbst gefahren und das leidige Thema Smartphone am Steuer. Dazu sei nur eines gesagt: Das Smartphone wird von allen Verkehrsteilnehmern genutzt und es passieren immer wieder schlimme Unfälle. Auch auf Schienen.

Die Selbstverantwortung der Menschen geht immer mehr verloren und die Allgmeinheit wirds schon richten.
Das ist sehr traurig aber ich sehe nicht einmal im Ansatz eine Möglichkeit, dass die Gesellschaft sich verbessern könnte.


Ich kann dir da nur voll zustimmen!

Es fällt auch mir auf, dass die Rücksichtslosigkeit in den letzten Jahren, besonders durch Egozentrik, Ignoranz, Aggression und Selbstüberschätzung stark zunimmt. Betroffen davon sind alle Arten von Verkehrsteilnehmer*innen: Autofahrer*innen, Radfahrer*innen, E-Scooter, etc. Es zieht sich durch alle Bereiche...

Martin

Zitat von: Ragnitztal am  30 06, 2026, 12:27Ich kann dir da nur voll zustimmen!

Es fällt auch mir auf, dass die Rücksichtslosigkeit in den letzten Jahren, besonders durch Egozentrik, Ignoranz, Aggression und Selbstüberschätzung stark zunimmt. Betroffen davon sind alle Arten von Verkehrsteilnehmer*innen: Autofahrer*innen, Radfahrer*innen, E-Scooter, etc. Es zieht sich durch alle Bereiche...
Ja sicher, das betrifft ALLE Verkehrsteilnehmer - auch Fußgänger, vor allem jene die der Gruppe des "vierten Affen" angehören.
Liebe Grüße
Martin

Ch. Wagner

#200
Was man heutzutage alles übersehen kann: Rotlicht, Verkehrszeichen, geschlossene Schranken, Poller, usw.,usf. Dann sollte man doch gleich alle abmontieren, die "mündigen Bürger" mit ihrem "Hausverstand" können das sicher bewältigen.
Und: wieso holen sich die Haftpflichtversicherungen das Geld nicht vom Verschulder zurück?

riggnix

#201
Zitat von: LS64 am  30 06, 2026, 10:43Irgendwie ist das alles ohne klare Fakten für mich ein Niveau, das ganz knapp am Victim Blaming vorbei geht.

Also sei mir nicht böse, aber das find ich schon ein bisserl absurd. Opfer ist hier maximal der Poller, vielleicht die Fahrgäste in den Bussen, die deswegen umgeleitet werden.

Wenn jemand ein Kind überfährt redet man auch nicht darüber, dass das Kind nicht richtig beschildert war. Und da können Situationen deutlich unübersichtlicher und überraschender sein.
Wenn man ein Rotlicht überfährt und in einen Poller radiert, gibts da meiner Meinung nach nicht viel zu beschönigen. Nach der Logik wäre ein Kind auf einem ampelgeschützen Zebrastreifen dann ja mindestens gleich gefährlich.

Ob das ein Spezialist ist, der das absichtlich probiert, oder obs einfach fehlende Aufmerksamkeit ist, ist mir eigentlich ziemlich egal. Man macht einen klaren Fehler und es gibt logische, vorhersehbare Konsequenzen.

Ich wünsche niemandem einen Unfall, schon gar nicht mit körperlichen oder auch finanziell existenziellen Folgen. Aber wenn jemand zu schnell in eine Kurve fährt und in einer Hauswand landet, schimpft auch niemand über die böse Wand.