Wer billig fliegen will, muss flexibel sein. Vor dem Urlaub zahlt sich ein Preisvergleich unter den vielen Anbietern auf jeden Fall aus. Preise variieren um hunderte Euro. Mitte der 90er-Jahre sind Billigflieger erstmals am Horizont aufgetaucht. Anfangs noch als Ein-Mann-Show von Michael O'Leary und seiner Ryanair. Man wusste dieses Phänomen nicht so recht einzuordnen. Können Airlines, die Tickets ab neun Euro anbieten, überhaupt wirtschaftlich reüssieren? Anscheinend schon.
Low-Cost. Gut war das Ganze vor allem für Konsumenten. Denn die arrivierten Linienanbieter mussten auf die neue Konkurrenz reagieren. So bietet etwa die AUA seit 2003 so genannte "Redtickets" an. Mit denen man an gewissen Tagen bedeutend billiger fliegt, als das mit einem Diskontflieger der Fall ist. Billig kann also auch teurer sein (siehe rechts). Zumal Tickets von Low-Cost-Carriern, die um 3,99 Euro angepriesen werden, nie wirklich um diesen Preis zu haben sind. Denn inklusive Steuern und Abgaben belaufen sich die Tarife auf über 20 Euro.
Nettopreis-Nepp. Darum hat die Arbeiterkammer wegen unlauteren Wettbewerbs geklagt. Gestern hat das Handelsgericht entschieden. Ryanair muss die Preise nun inklusive aller Abgaben ausschildern. Das Werben mit Nettopreisen ist ab sofort untersagt. Im heutigen Flugverkehr regiert ein Leitsatz: Wer billig fliegen will, muss flexibel sein. Für jemanden, der etwa im September einen Städtetrip plant, lohnt sich ein Preisvergleich allemal. Die Unterschiede sind enorm. Die Angebote können von einem auf den anderen Tag um hunderte Euro variieren.
Vorbereitung. Doch nicht nur beim Buchen sollte ein Billig-Flug gut vorbereitet werden. Low-Cost-Carrier nutzen für ihre Schnäppchen meist Flughäfen in kleineren Städten oder außerhalb großer Metropolen. Bekanntestes Beispiel: London. Wer mit der Ryanair dorthin abhebt, landet in Stansted. Der Transfer ins Zentrum von London kostet mit dem Taxi 150 Euro (mit Bussen ab 21 Euro). Die "normalen" Linien landen in aller Regel in Heathrow. Dort gibt's den Taxi-Transfer ab 65 Euro. Mit der U-Bahn-Anbindung fährt man um rund fünf Euro in das Zentrum von London. Addiert man diese Tarife mit den Flugkosten, relativiert sich manches Angebot.
MANFRED NEUPER, ULRICH DUNST
Quelle:
www.kleine.atDas ist ja wohl klar, das Billigflieger nicht immer günstig sind - Mmn wissen die meisten das nicht. Ohne genaues studieren, insbesondere beim Gepäck und andere zusätzliche Kosten ist Augen offen halten angesagt.
