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Thema: Brenner-Tunnel (21896-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

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  • hugre
  • Seit Jahren beschäftigt in der Bahntechnik
Bahnstrom Brenner-Basistunnel
Antwort #45
Viele interessante Informationen stehen bereits in diesem Forum über den bergmännischen Bau des BBT. Über die Bahntechnik-Ausrüstung bzw. die geplanten Bahnstromanlagen inkl. Oberleitungssystem steht kaum etwas. Es ist sicherlich zu früh, sich hier auf vorhandene Dokumente abstützen zu können, geschweige auf Ausschreibungen.
Aufgrund der anderen Tunnelausbauten wie Koralm- oder Semmeringtunnel könnte man jedoch gewisse Rückschlüsse auf die zukünftige Ausrüstung im BBT machen. Kann jemand die folgenden Fragen beantworten oder hat weitergehende Informationen:
- Bestimmt die ÖBB die Bahnstrom-Anlagen bzw die Oberleitung?
- Wie sicher ist der Einbau einer Deckenstromschiene oder einer klassischen Ketten-Fahrleitung?
- Wo sind heute die Bahnstromschnittstellen (3kV DC, 15/25kV AC) definiert?
- Gibt es offizielle technische Unterlagen zu diesen Themen oder wann sind diese erhältlich (Ausschreibung)?
Danke und LG
hugre

  • Hubert Voller
Re: Brenner-Tunnel
Antwort #46
Siehe Antwort 20 (Trennstelle)

L.g.rellov
Es ist besser, ein Licht zu entzünden, als über die Dunkelheit zu fluchen.

  • hugre
  • Seit Jahren beschäftigt in der Bahntechnik
Re: Brenner-Tunnel
Antwort #47
Herzlichen Dank für den Hinweis auf Antwort 20. Diese gibt Auskunft über die Frage der Systemschnittstellen. Gibt es eventuell weitere Informationen zu den anderen Fragen?
LG Hugre

  • Hubert Voller
Re: Brenner-Tunnel
Antwort #48
@ hugre
In der gepostete Datei findest du die Antworten.
Es ist besser, ein Licht zu entzünden, als über die Dunkelheit zu fluchen.

  • Hubert Voller
Re: Brenner-Tunnel
Antwort #49
VORTRIEBSDATEN VOM 21.02.2017
Rettungsstollen
Vortrieb 7.950 m Länge 9.000 m Ausbruchsquerschnitt 35 m²
Haupttunnel
Vortrieb 2.823 m Länge 3.000 m Ausbruchsquerschnitt 70 m²
Verbindungstunnel
Vortrieb 4.705 m Länge 7.000 m Ausbruchsquerschnitt 115 m²
Erkundungsstollen Ahrental-Pfons
Vortrieb 3.940 m Länge 15.000 m Ausbruchsquerschnitt49 m²
Sicherheits- und Logistiktunnel
Vortrieb 2.690 m Länge 4.000 m Ausbruchsquerschnitt 115 m²




  • Zuletzt geändert: Februar 28, 2017, 10:48:46 von Hubert Voller
Es ist besser, ein Licht zu entzünden, als über die Dunkelheit zu fluchen.

  • Hubert Voller
Re: Brenner-Tunnel
Antwort #50
Umbauarbeiten der ÖBB rund um den Hauptbahnhof Innsbruck für die Einbindung des BBT in den Hauptbahnhof Innsbruck

Um den Brenner Basistunnel an den Hauptbahnhof Innsbruck anzubinden ist es notwendig, eine dreigleisige Ein- bzw. Ausfahrt aus dem Bahnhof Innsbruck zu errichten.

Einfahrt Bahnhof Innsbruck

Nördlich der Inntalautobahn erfolgt die zweigleisige Ausfädelung der Gleise zum Brenner Basistunnel von der in weiterer Folge weiterhin zweigleisigen ÖBB-Eisenbahnstrecke über den Brennerpass. Unter Aufrechterhaltung des Betriebes wird die bestehende Bahnstrecke zwischen Bahnhof Innsbruck und dem Bergiseltunnel neu gebaut.
Die Bauarbeiten zur Anbindung des Bahnhofes Innsbruck an den Brenner Basistunnel beginnen Anfang März 2017 und werden voraussichtlich bis Jänner 2020 dauern. Die Abwicklung der Maßnahmen erfolgt durch die ÖBB Infrastruktur AG.


© 2016 - Galleria di Base del Brennero - Brenner Basistunnel BBT SE
Es ist besser, ein Licht zu entzünden, als über die Dunkelheit zu fluchen.

  • Hubert Voller
Re: Brenner-Tunnel
Antwort #51
Durchschlag erster Verbindungstunnel vom Unterinntal ins Wipptal

Am 11.05.2017 fand unterhalb des Gemeindegebiets von Lans (südlich von Innsbruck) der Durchschlag des östlichen Verbindungstunnels statt. Damit ist der erste der beiden Verbindungstunnel, welche die bestehende Eisenbahnumfahrung Innsbruck mit dem Brenner Basistunnel verbinden, vollständig ausgebrochen. Der Ausbruch des zweiten Verbindungstunnels wird im Sommer des heurigen Jahres erfolgen, ebenfalls unterhalb des Ortsgebiets von Lans.

Die beiden Verbindungstunnel verbinden die seit 1994 in Betrieb befindliche Eisenbahnumfahrung Innsbruck mit den beiden Haupttunnelröhren des Brenner Basistunnels. ,,Nun ist eine unterirdische Verbindung zwischen dem Inntal und dem Wipptal für die Eisenbahn geschaffen" so Prof. Konrad Bergmeister, Vorstand der BBT SE, zu diesem historischen Ereignis.

Dies ist der erste Durchschlag, welcher im Zuge der Bauarbeiten am Baulos Tulfes-Pfons erfolgte. Das Baulos Tulfes-Pfons wurde im Sommer 2014 mit einem Auftragswert von 380 Mio. Euro an die Bietergemeinschaft Strabag AG/ Salini-Impregilo S.p.A. vergeben. Seit Herbst 2014 finden die Bauarbeiten statt, welche bis zum Frühjahr 2019 andauern. Das Baulos Tulfes-Pfons wird vom Zufahrtstunnel Ahrental, vom Zufahrtstunnel Ampass und vom Portal Tulfes aus gleichzeitig aufgefahren. Es umfasst den Ausbruch von 38 km Tunnel, wovon bereits über 26 km ausgebrochen sind.

Bis heute wurden vom gesamten Projekt Brenner Basistunnel etwa 66 km Tunnel ausgebrochen. Dies entspricht knapp 30 % der gesamten Ausbruchsarbeiten.

DARSTELLUNG DES AKTUELLEN BAUFORTSCHRITTS





Quelle:https://www.bbt-se.com/information/news/detail/news/durchschlag-erster-verbindungstunnel-vom-unterinntal-ins-wipptal/

l.g. H. Voller
Es ist besser, ein Licht zu entzünden, als über die Dunkelheit zu fluchen.

  • Hubert Voller
Re: Brenner-Tunnel
Antwort #52
Änderung der eisenbahnrechtlichen Baugenehmigung
"Rettungsstollen der Umfahrung Innsbruck"
1. Änderung des Regelquerschnitts und einschaliger Ausbau
2. Änderung der Trasse von km 9+021,219 bis km 9+079,402

Beschreibung des Änderungsvorhabens

Das Änderungsvorhaben sieht den teilweisen Entfall der Innenschale und den Einbau einer permanenten Außenschale in geotechnisch günstigen Bereichen, in denen die nach Einbau der Außenschale auftretenden Verformungen keine schädigenden Auswirkungen auf die Spritzbetonschale haben und in denen sich die erforderlichen Sicherheiten durch Rückrechnung aus den aufgetretenen Verformungen nachweisen lassen, vor.
Der Bogen mit R = 35 m kurz vor der Unterquerung des Bestandsstrecken Tunnels ,,Umfahrung Innsbruck" soll aus vortriebstechnischen Gründen durch ein T-Stück ersetzt werden. Der Rettungsstollen wird mit dem Regelabstand 30 m von der ,,Umfahrung Innsbruck" (Inntaltunnel) gerade weitergeführt. Die Anbindung zum Verbindungstunnel Ost soll rechtwinkelig zur Rettungsstollenachse abzweigen.

Genehmigung

  • Der Galleria di Base del Brennero -Brenner Basistunnel SE (BBT SE) wird für die Änderung des Regelquerschnitts und den einschaligen Ausbau in geotechnisch günstigen Bereichen des begleitenden Rettungsstollens der Umfahrung Innsbruck sowie die Änderung der Trassierung, und zwar den Ersatz des Kurvenbereiches vom km 9+021,219 bis km 9+079,402 durch eine T-
    förmige Ausbildung, im Zuge des Vorhabens Brenner-Basistunnel die UVP rechtliche Genehmigung erteilt.
  • Das Erfordernis des Erwerbes der betroffenen Grundstücke und Rechte bleibt unberührt.
  • Das Vorhaben ist bis 31. Dezember 2025 auszuführen und der Betrieb zu eröffnen.
.

Quelle: https://www.bmvit.gv.at/verkehr/eisenbahn/verfahren/bbt/aenderungen2017_rettungsstollen/bescheid.pdf

Es ist besser, ein Licht zu entzünden, als über die Dunkelheit zu fluchen.

  • hugre
  • Seit Jahren beschäftigt in der Bahntechnik
Ausschreibung Brenner-Tunnel
Antwort #53
Charakteristik der Bahntechnikausschreibung

Weiss jemand in diesem Forum wie mit Stand heute die Bahntechnikausschreibung tendenziell erscheinen wird?
- Gewerke grenzübergreifend ("horizontal")? z.B. Geleise komplett, Elektrifizierung komplett etc? oder
- Gewerke landespezifisch ("vertikal")? z.B. Geleise, Elektrifizierung etc. jeweils bis Landesgrenze von beiden Seiten?
Es ist klar, dass es jeweils nur eine technische Lösung gibt auch wenn die Gewerke "vertikal" ausgeschrieben würden 




  • Ch. Wagner
  • Member*
Re: Brenner-Tunnel
Antwort #54
Das findet man alles bei Google in 1 min: https://www.bbt-se.com/

Jedenfalls ist für die gesamte Tunnelstrecke 25 kV und 50 Hz geplant.
Weil ich angeblich unhöflich bin:
"Denkt daran, das Schwein von heute ist der Schinken von morgen"
(Mathias Beltz)

"pungitius pungitius"

  • hugre
  • Seit Jahren beschäftigt in der Bahntechnik
Re: Brenner-Tunnel
Antwort #55
Nun ja...die Webside ist bestens bekannt, wie auch die vielen vorhandenen Informationen. Über die mögliche Ausschreibungscharakteristik der Bahntechnik, steht leider gar nichts drin, nicht einmal Anhaltspunkte. Sollte dem so sein, dann bin ich wahrlich froh um entsprechenden Hinweis wo dies zu finden ist....  ausgeschlossen ist ein Überlesen nicht bei den sommerlichen Büro-Temperaturen  :bier:

  • Andreas
  • Moderator
Re: Brenner-Tunnel
Antwort #56
Im Bereich Innsbruck Süd kommt es bis 3.9. zu umfangreichen Bauarbeiten wodurch es zu Einschränkungen im Bahnverkehr Richtung Brenner kommt.

Interessantes Detail am Rande: Die Fernverkehrszüge Deutschland-Innsbruck-Italien können nicht in Innsbruck Hbf halten, da sie über die Umfahrung Innsbruck durch den 12.6 km langen Inntaltunnel umgeleitet werden, wo sonst kein planmäßiger Personenverkehr stattfindet.

Für weitere Informationen und Details siehe hier: http://presse.oebb.at/de/presseinformationen/oebb-wichtige-bahnbauarbeiten-im-bereich-innsbruck-sued
mfG
Andreas

  • Hubert Voller
Re: Brenner-Tunnel
Antwort #57
Großbaustelle in der Sillschlucht: Fluss wird um acht Meter verlegt

Die BBT-Gesellschaft errichtet ab April im Innsbrucker Naherholungsgebiet die Zulaufstrecke zum Brennerbasistunnel.
Die Brennerbasistunnel-Gesellschaft (BBT) hat jetzt Details zur Großbaustelle in der Sillschlucht bekannt gegeben. Und die beinhalten auch eine gute Nachricht für Spaziergänger und sonstige Ausflügler: ,,Der südliche Teil der Sillschlucht bleibt begehbar", sagt Hannes Hager, Leiter der BBT-Rechtsabteilung.

Wie bereits berichtet, errichtet die BBT-Gesellschaft ab April im Innsbrucker Naherholungsgebiet die Zulaufstrecke zum Brennerbasistunnel. Ein Großprojekt, das mehrere Teile umfasst: zwei Tunnel (durch den Bergisel und den Viller Berg), zwei Eisenbahnbrücken über die Sillschlucht und eine bis neun Meter hohe Zufahrtsrampe am Westufer der Sill. Dazu kommt, dass der Fluss um acht Meter nach Osten übersiedelt wird. Für die Sill kein Neuland - dort verlief auch früher schon das Flussbett. Die Verlegung ist nötig, um Platz für die Zufahrtsrampe zu schaffen, die sich an die westliche Schluchtwand schmiegen wird.

Insgesamt investiert die BBT-Gesellschaft in der Sillschlucht 64 Millionen Euro, die Bauarbeiten werden vier Jahre dauern. In diesem Zeitraum ist der nördliche Teil der Schlucht für Passanten nicht zugänglich. Sehr wohl aber der südliche Abschnitt - über einen Weg, der von der Viller Straße (Höhe Kraftwerk) in die Sillschlucht führen wird, aber noch ausgebaut werden muss. Auch der Panoramaweg wird durchgehend ohne Einschränkungen passierbar sein.

Zum Schluss noch ein Tipp für Baustellen-Kiebitze: Wer sich für das Großprojekt interessiert, hat ab April einen perfekten Überblick vom Bergisel aus
Quelle: Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 12.12.2019
Es ist besser, ein Licht zu entzünden, als über die Dunkelheit zu fluchen.

Re: Brenner-Tunnel
Antwort #58
Der EU-Rechnungshof übt massive Kritik am Bennerbasistunnel Projekt:

EU-Rechnungshof zerpflückt BBT

Der EU-Rechnungshof kritisiert Verzögerungen und mangelnde Koordination beim Brennerbasistunnel (BBT). Eine Fertigstellung des Eisenbahntunnels bis 2030 bezweifeln die Prüfer.
Online seit heute, 13.46 Uhr

Österreich, Deutschland und Italien hätten keine harmonisierte Verkehrsstudie durchgeführt und stellten die Zahlen und Methoden der jeweils anderen Mitgliedstaaten infrage, heißt es in dem am Dienstag vorgelegten Sonderbericht. Eine Fertigstellung bis 2030 bezweifeln die Prüfer.

Bauarbeiten hinter Zeitplan
Die EU-Kommission habe außerdem keine eigene unabhängige Bedarfsanalyse durchgeführt. ,,Es ist sehr unwahrscheinlich, dass der Brennerbasistunnel (BBT) - eine grenzüberschreitende Eisenbahnverbindung zwischen Österreich und Italien mit insgesamt 445 km Länge - und seine Zulaufstrecken von München (Deutschland) und Verona (Italien) bis 2030 mit der gesamten Kapazität zur Verfügung stehen werden. Die Umsetzung des BBT liegt um zwölf Jahre hinter dem Zeitplan zurück - damit gehört dieser zu jenen Fällen in unserer Stichprobe, die am schlechtesten abschnitten, was die Wirtschaftlichkeit der EU-Kofinanzierung gefährdet", erläuterte der für den Sonderbericht zuständige österreichische Vertreter im EU-Rechnungshof, Oskar Herics. Seit 2013 besteht der Plan der EU, das EU-Kernverkehrsnetz mit dem BBT bis zum Jahr 2030 fertigzustellen.

Fehlende Zulaufstrecken und Kostenexplosion
Der aktuelle Eröffnungstermin sei 2028, eine im Raum stehende mögliche Verzögerung von zwei weiteren Jahren würde bedeuten, dass die Inbetriebnahme nicht vor 2030 erfolge. ,,Darüber hinaus wird die deutsche Zulaufstrecke möglicherweise erst zwischen 2040 und 2050 fertiggestellt sein. In diesem Fall wäre es weitere 20 Jahre nicht möglich, die Vorteile dieser ,Flaggschiff'-Verkehrsinfrastruktur (TFI) voll auszuschöpfen", sagte Herics. Außerdem bewerte eine deutsche Landesbehörde immer noch den Bedarf an der neuen Zulaufstrecke. Die Kosten des BBT hätten sich mehr als verdoppelt - von ursprünglich geschätzten 4,5 auf 9,3 Milliarden Euro bis zum voraussichtlichen Ende der Bauarbeiten.

Im Jahr 2007 habe eine Analyse für den BBT ergeben, dass der Nutzen höher als die Kosten sei. Die Zunahme der Kosten und die Verzögerungen wirkten sich jedoch nachteilig auf dieses Verhältnis aus. Eine neue Kosten-Nutzen-Analyse aus dem Jahr 2019 basiere nicht auf einer harmonisierten Verkehrsstudie zwischen den beteiligten Staaten und beziehe die nördlichen Zubringerstrecken auf deutschem Gebiet nicht mit ein.

Rechnungshof sieht fehlende Kosten-Nutzen-Analyse
Weder Österreich, Italien, Deutschland noch die EU hätten jemals eine umfassende strategische Kosten-Nutzen-Analyse der gesamten 445 km langen Strecke von München nach Verona im Rahmen des gesamten EU Kernnetzkorridors Skandinavien-Mittelmeer durchgeführt, kritisieren die EU-Rechnungsprüfer. Betreffend die Verkehrsprognose habe Österreich die Methode Deutschlands in Zweifel gezogen, während Deutschland die Daten Österreichs nicht anerkenne.

Kofinanzierung: Nur 62 Prozent verwendet
Daher könnte es nach Ansicht des Rechnungshofs notwendig sein, den Umsetzungszeitraum für das Projekt zu verlängern. Von der zugewiesenen EU-Kofinanzierung von 1,2 Milliarden Euro seien bis 737 Millionen Euro oder rund 62 Prozent nicht verwendet worden.


Quelle: https://tirol.orf.at/stories/3053435/