Straßenbahn vs Autobus

Begonnen von s_gelb, 23 01, 2026, 22:13

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s_gelb

Zitat von: PeterWitt am  23 01, 2026, 11:18statt einem minderwertigen Bus

Ein Autobus ist vieles - flexibel und störungsarm, günstig, flink und wendig, Sitze meist in Fahrtrichtung mit Fenster und nicht am Gang etc. aber bestimmt nicht minderwertig!

amoser

Zitat von: s_gelb am  23 01, 2026, 22:13Ein Autobus ist vieles - flexibel und störungsarm, günstig, flink und wendig, Sitze meist in Fahrtrichtung mit Fenster und nicht am Gang etc. aber bestimmt nicht minderwertig!

... Ist weiters ein kurzlebiges, rüttelndes und schüttelndes Gefährt, das keine liniendefinierenden und verkehrsprägenden Eigenschaften hat. Eine billige und schnelle Lösung für Destinationen mit geringer Frequenz.

s_gelb

Zitat von: amoser am  23 01, 2026, 22:58das keine liniendefinierenden und verkehrsprägenden Eigenschaften hat.


Worauf beruht diese These?

amoser

#3
Zitat von: s_gelb am  23 01, 2026, 23:13Worauf beruht diese These?

Ist keine These, sondern sind faktische Aspekte:
Es gibt keine permanente, der Orientierung dienenden Schienenstruktur und die Verkehrsautorität, die eine Tram zum Vorteil der Fahrgäste auszeichnet, fehlt, vom schlechten Fahrkomfort gar nicht zu reden.

Sanfte Mobilität

#4
Also, nicht böse sein, die Straßenbahn hat unschlagbare Vorteile gegenüber dem Bus, deshalb wird sie ja als das sinnvollste innerstädtische Verkehrsmittel bezeichnet.

PeterWitt

#5
Zitat von: s_gelb am  23 01, 2026, 22:13Ein Autobus ist vieles - flexibel und störungsarm, günstig, flink und wendig, Sitze meist in Fahrtrichtung mit Fenster und nicht am Gang etc. aber bestimmt nicht minderwertig!
BUS = Beförderung Unterster Stufe  :P

Nein, Spaß ohne, der sogenannte "Schienebonus" ist ja nicht irgend ein Fetisch, sondern eine messbare Größe, die man immer wieder bei Umstellungen beobachten kann. Da geht es weniger um "mir gefällt dieses oder das besser", sondern um viel tiefer um Unterbewussten verwurzelte psychologische Effekte, wie eben zB der Absehbarkeit der Fahrtroute, der einfacheren Erreichbarkeit (ich sehe Gleise und gehe denen entlang, dann kommt die nächste Haltestlle) und der bessere Fahrkomfort.

Genausogut könnte man argumentieren, dass ein Sammeltaxi immer genau dann kommt, wenn man es braucht/bestellt, mich bis zur Türe bringt etc etc etc, und deshalb einem Bus, der nur selten fährt, nur an definierten Haltepunkten hält, den man mit vielen anderen Teilen muss etc. einem Sammeltaxi klar unterlegen ist - die Realität zeigt halt, dass es die Mehrheit nicht so empfindet.

s_gelb

Zitat von: Sanfte Mobilität am  24 01, 2026, 11:15Also, nicht böse sein, die Straßenbahn hat unschlagbare Vorteile gegenüber dem Bus, deshalb wird sie ja als das sinnvollste innerstädtische Verkehrsmittel bezeichnet.

W.

Das kann man denke ich nicht verallgemeinen und ist volkommen situationsabhängig.

Sanfte Mobilität

#7
Zitat von: s_gelb am  24 01, 2026, 13:01Das kann man denke ich nicht verallgemeinen und ist volkommen situationsabhängig.

Naja, ohne eine Grundsatzdiskussion führen zu wollen: Platzbedarf, Kapazität, Emissionsfreiheit (im Betrieb), Fahrkomfort (Schienengebundenheit) sprechen wohl deutlich für die Straßenbahn bzw. schienengebundenen Massenverkehr. Es gibt nur wenige Situationen, wo eine Straßenbahn nicht eingesetzt werden könnte.

s_gelb

Ich glaub einige missverstehen mich - es geht darum darzustellen, dass ein Bus nicht minderwertig ist.

Sanfte Mobilität

Busse haben sicher ihre Berechtigung, aber im städtischen Verkehr sollte der Straßenbahn der Vorzug gegeben werden.

FlipsP

Zitat von: Sanfte Mobilität am  24 01, 2026, 11:15Also, nicht böse sein, die Straßenbahn hat unschlagbare Vorteile gegenüber dem Bus, deshalb wird sie ja als das sinnvollste innerstädtische Verkehrsmittel bezeichnet.

Ja. Aber auch der Bus hat unschlagbare Vorteile gegenüber der Straßenbahn!
Und nein! Die Straßenbahn wird nicht immer als das sinnvollste innerstädtische Verkehrsmittel bezeichnet.

Das sinnvollste innerstädtische Verkehrsmittel ist jenes, das für den individuellen Einsatz die meisten Vorteile bringt (und am besten dazu das günstigste pro Fahrgastkilometer ist).


Sowohl Straßenbahn, als auch Bus haben ihre Berechtigung! Dieses Hick-Hack ist vollkommen unnötig.


Zitat von: s_gelb am  24 01, 2026, 15:38Ich glaub einige missverstehen mich - es geht darum darzustellen, dass ein Bus nicht minderwertig ist.

Ist er auch nicht.

Zitat von: Sanfte Mobilität am  24 01, 2026, 15:41Busse haben sicher ihre Berechtigung, aber im städtischen Verkehr sollte der Straßenbahn der Vorzug gegeben werden.

Dann stellen wir ca 3/4 der Netzes in Graz ein? Weil dee Straßenbahn der Vorzug gegeben werden soll?

s_gelb

Zitat von: Sanfte Mobilität am  24 01, 2026, 15:41Busse haben sicher ihre Berechtigung, aber im städtischen Verkehr sollte der Straßenbahn der Vorzug gegeben werden.

Sehr fein, dass sie "ihre Berechtigung" haben, ohne den vielen Buslinien wäre das ÖV-Netz in so gut wie allen österreichischen Städten ziemlich kahl - und in vielen Fällen dann nicht einmal mehr vorhanden.

Sanfte Mobilität

Zitat von: FlipsP am  24 01, 2026, 15:42Ja. Aber auch der Bus hat unschlagbare Vorteile gegenüber der Straßenbahn!
Und nein! Die Straßenbahn wird nicht immer als das sinnvollste innerstädtische Verkehrsmittel bezeichnet.

Welche Vorteile?

Die Schienenkorridore sind in Graz ganz klar definiert (NW-, SW-Linie, ehem. 2er etc.) und da hat der Bus eigentlich nichts mehr zu suchen, weil dort die entsprechende Kapazität nicht betriebswirtschaftlich darstellbar ist. Warum wollte die GVB unbedingt frühzeit eine Straßenbahnlinie nach Don Bosco (Ersatz Linien 31 - 33)? Problem ist der fehlende politische Wille, verkehrspolitisch, betriebswirt- und volkswirtschaftlich wär es längst notwendig.

ZitatDann stellen wir ca 3/4 der Netzes in Graz ein? Weil dee Straßenbahn der Vorzug gegeben werden soll?

Schreibe ich das etwa? Aber dort ersetzen, wie oben beschrieben, wo eine Straßenbahn eindeutig unschlagbar ist. Der Bus wird dort seine Vorteile ausspielen, wo er Feinverteilung o. ä. übernimmt. Schau mal nach Zürich oder Basel, abgesehen vom Obus gibt es dann nicht viel anderes ...

Nur darum geht's, dass es in der Realität anders ist und noch länger so bleibt, ist eine andere Sache.

s_gelb

Zitat von: Sanfte Mobilität am  24 01, 2026, 15:48Schau mal nach Zürich oder Basel, abgesehen vom Obus gibt es dann nicht viel anderes ...



Dafür aber gibt es eben den O-Bus.

FlipsP

Zitat von: Sanfte Mobilität am  24 01, 2026, 15:48Welche Vorteile?

Die Schienenkorridore sind in Graz ganz klar definiert (NW-, SW-Linie, ehem. 2er etc.) und da hat der Bus eigentlich nichts mehr zu suchen, weil dort die entsprechende Kapazität nicht betriebswirtschaftlich darstellbar ist. Warum wollte die GVB unbedingt frühzeit eine Straßenbahnlinie nach Don Bosco (Ersatz Linien 31 - 33)? Problem ist der fehlende politische Wille, verkehrspolitisch, betriebswirt- und volkswirtschaftlich wär es längst notwendig.

Jetzt wird es kindisch.

schienenUNgebunden
günstiger bei weniger Aufkommen
flexibler
keine Anfangsinvestition
usw.

Zitat von: Sanfte Mobilität am  24 01, 2026, 15:48Schreibe ich das etwa? Aber dort ersetzen, wie oben beschrieben, wo eine Straßenbahn eindeutig unschlagbar ist. Der Bus wird dort seine Vorteile ausspielen, wo er Feinverteilung o. ä. übernimmt. Schau mal nach Zürich oder Basel, abgesehen vom Obus gibt es dann nicht viel anderes ...

Ja, so wie es hier von einigen geschrieben wird, steht es so da! Genau das meinte ich mit dem unnötigen Hick-Hack und den Pauschalisierungen.

Ich würde gerne in Graz locker die Linien 40, 32, 31, 63 (58, 67, 39) als Straßenbahn sehen. Nur spielt es das nicht. Nicht in den nächsten 20 Jahren und schon gar nicht jetzt. Auch wenn sie selbst heute vielleicht schon sinnvoller wäre. Also bin ich froh, dass wir auch ein sehr gutes und dichtes Busnetz haben. Ganz ohne großes Töne, wie schlecht Busse doch seien.

Anzahl Busse:

Zürch: 166
Basel: 117

Diese Zahlen würde ich nicht als ,,gibt es dann nicht viel anderes" bezeichnen. Vergessen darf man dabei ja auch nicht, dass in Zürich noch zusätzlich 83 Trolleybusse unterwegs sind, die für die Fahrgäste auch eher als Busse wahrgenommen werden.