Straßenbahn vs Autobus

Begonnen von s_gelb, 23 01, 2026, 22:13

« vorheriges - nächstes »

0 Mitglieder und 3 Gäste betrachten dieses Thema.

s_gelb

Zitat von: scottie am  25 01, 2026, 11:57Was in der Diskussion noch nicht erwähnt wurde: Ein oft übersehener, riesiger Vorteil der Straßenbahn in Graz ist, dass sie – im Gegensatz zu Bussen – die Engstellen Murgasse und Sackstraße überhaupt befahren kann. Busse sind dafür schlicht zu breit, der notwendige Sicherheitsraum fehlt.

Und für die Nachtbuslinien sind die betroffenen Straßenzüge plötzlich breit genug?

Aber darum geht es nicht - niemand will die Straßenbahn in der Innenstadt in Frage stellen.

danihak

Zitat von: s_gelb am  25 01, 2026, 12:27Und für die Nachtbuslinien sind die betroffenen Straßenzüge plötzlich breit genug?

Aber darum geht es nicht - niemand will die Straßenbahn in der Innenstadt in Frage stellen.

In der Nacht fahren die Busse auch immer gleichzeitig in die gleiche Richtung. Eine Begegnung von zwei Bussen ist ausgeschlossen.

s_gelb

Zitat von: danihak am  25 01, 2026, 12:38In der Nacht fahren die Busse auch immer gleichzeitig in die gleiche Richtung. Eine Begegnung von zwei Bussen ist ausgeschlossen.

Wird jede Verspätung am Jpl. abgewartet?


Jedenfalls - niemand will die Straßenbahn einstellen - aber selbst wenn sich damals statt des Straßenbahnnetzes ein O-Busnetz wie in Salzburg entwickelt hätte (immerhin mit 12 Linien auf 125km Strecke) denke ich nicht, dass die Innenstadt vom ÖV abgeschnitten worden wäre. Beispiel: Murgasse stadtauswärts (für Richtung Andritz weiter Kaiser-Franz-Josefs-Kai - hätte natürlich emtsprechend gebaut werden müssen) und stadteinwärts Sackstraße bzw. vom Hbf Neutorgasse - Landhausgasse - Herrengasse z.B.

Bitte nicht falsch verstehen, ich möchte die Straßenbahn weder eingestellt sehen noch den Bus als die bessere Lösung für die dargestellten Achsen präsentieren sondern lediglich aufzeigen, dass auch sehr wohl ein Bus in die Innenstadt fahren hätte können und eben - den Verkehrsträger Autobus nicht als minderwertig verstanden wissen.

Sanfte Mobilität

Faktisch ist aber so: Straßenbahnlinien sind weitaus attraktiver und effizienter als Buslinien, v. a. wenn es um den Transport von großen Fahrgastmengen geht. Es ist klar, dass hier niemand die Einstellung der Straßenbahn möchte, aber man kann mir hier nicht erzählen, dass Busse besser sein sollen, nur weil sie nicht spurgebunden sind, weil gerade das ist ein großer Vorteil der Tram und ein Teil ihrer Attraktivität.

s_gelb

Zitat von: Sanfte Mobilität am  25 01, 2026, 13:41nur weil sie nicht spurgebunden sind, weil gerade das ist ein großer Vorteil der Tram und ein Teil ihrer Attraktivität.

Aus der Spurgebundenheit ergeben sich aber eben nicht nur Vorteile sondern auch die erörterten Nachteile.

scottie

Zitat von: s_gelb am  25 01, 2026, 13:06Wird jede Verspätung am Jpl. abgewartet?
Der Hauptplatz wird von den Nachtbussen ohnehin nur 2 x pro Stunde bedient. Um Minute :24 fahren 4 Busse hintereinander Richtung Süden und um Minute :32 fahren 4 Busse hintereinander in Richtung Norden. Somit können sich Busse dort nicht begegnen, außer sie haben mehr als 8 Minuten Verspätung, was in der Nacht ohne Verkehr nie der Fall ist.

Zitat von: s_gelb am  25 01, 2026, 13:06Jedenfalls - niemand will die Straßenbahn einstellen - aber selbst wenn sich damals statt des Straßenbahnnetzes ein O-Busnetz wie in Salzburg entwickelt hätte (immerhin mit 12 Linien auf 125km Strecke) denke ich nicht, dass die Innenstadt vom ÖV abgeschnitten worden wäre. Beispiel: Murgasse stadtauswärts (für Richtung Andritz weiter Kaiser-Franz-Josefs-Kai - hätte natürlich emtsprechend gebaut werden müssen) und stadteinwärts Sackstraße bzw. vom Hbf Neutorgasse - Landhausgasse - Herrengasse z.B.
Dieser Vorschlag hätte zur Folge, dass alle Linien vom Hauptbahnhof dauerhaft über die Neutorlinie geführt würden. Das käme für mich einer faktischen Abkopplung der Innenstadt gleich. Mit so einem Einbahnsystem in Murgasse und Sackstraße sehe ich keine realistische Möglichkeit, den Hauptplatz weiterhin mit einer derart hohen Taktfrequenz zu bedienen wie derzeit.


s_gelb

Zitat von: scottie am  25 01, 2026, 13:59Der Hauptplatz wird von den Nachtbussen ohnehin nur 2 x pro Stunde bedient. Um Minute :24 fahren 4 Busse hintereinander Richtung Süden und um Minute :32 fahren 4 Busse hintereinander in Richtung Norden. Somit können sich Busse dort nicht begegnen, außer sie haben mehr als 8 Minuten Verspätung, was in der Nacht ohne Verkehr nie der Fall ist.
Dieser Vorschlag hätte zur Folge, dass alle Linien vom Hauptbahnhof dauerhaft über die Neutorlinie geführt würden. Das käme für mich einer faktischen Abkopplung der Innenstadt gleich. Mit so einem Einbahnsystem in Murgasse und Sackstraße sehe ich keine realistische Möglichkeit, den Hauptplatz weiterhin mit einer derart hohen Taktfrequenz zu bedienen wie derzeit.



Der hypothetische Gedanke wäre von der Neutorgasse über die Landhausgasse in die Herrengasse gewesen mit anschließender Haltestelle gewesen.

Aber ich betone nochmals - diese Überlegungen sind rein hypothetischer Natur, bevor mir jemand den Wahn unterstellen sollte, das Tramnetz stilllegen zu wollen.

amoser

Zitat von: s_gelb am  25 01, 2026, 14:17..... bevor mir jemand den Wahn unterstellen sollte, das Tramnetz stilllegen zu wollen.

OT: Diesbezüglich traue ich dir alles zu. ;)

5047er

Zitat von: s_gelb am  25 01, 2026, 14:17Aber ich betone nochmals - diese Überlegungen sind rein hypothetischer Natur, bevor mir jemand den Wahn unterstellen sollte, das Tramnetz stilllegen zu wollen.
Nachdem du behauptest, dass Busse zumindest gleichwertig im Verlgleich zur Straßenbahn sind darf man dir das schon unterstellen!

s_gelb

Zitat von: 5047er am  25 01, 2026, 15:47Nachdem du behauptest, dass Busse zumindest gleichwertig im Verlgleich zur Straßenbahn sind darf man dir das schon unterstellen!

Wo habe ich das geschrieben?

5047er

Zitat von: s_gelb am  25 01, 2026, 15:57Wo habe ich das geschrieben?
Hier z.B.
Zitat von: s_gelb am  25 01, 2026, 08:32-> Ein Autobus ist nicht minderwertig.

-> Die Straßenbahn ist (wie der Autobus) kein Allheilmittel im innerstädtischen Verkehr und weißt neben ihren Vorteilen jedoch ganz klar auch spürbare Nachteile auf.

Zitat von: s_gelb am  25 01, 2026, 13:55Aus der Spurgebundenheit ergeben sich aber eben nicht nur Vorteile sondern auch die erörterten Nachteile.

s_gelb

Zitat von: 5047er am  25 01, 2026, 16:55Hier z.B.


Ich kann hier lediglich lesen, dass ich geschrieben habe, dass ein Bus einerseits nichts Minderwertiges ist und andererseits, dass eine Straßenbahn nicht nur Vorteile sondern eben auch Nachteile hat.

Wenn ich über Vorteile von zu Fuß gehen oder Fahrradfahren spräche, bedeutet dies ja auch nicht, dass ich zu Fuß gehen oder Fahrradfahren als zumindest der Straßenbahn gleichwertig zu verstehen auszusprechen gewillt bin - auch wenn bei einer Wegstrecke von beispielsweise 100 Meter der Fußweg wsl. trotzdem die sinnvollere Alternative darstellte.

5047er

Ja eh. Aber wenn dein toller Bus nicht minderwertig ist, muss er ja zumindest gleichwertig wie die Straßenbahn sein.


Sanfte Mobilität

Ich sehe im übrigen den neuen Threadtitel sehr kritisch. Da geht es nicht um Tram vs. Bus, sondern darum, dass die Technologien unterschiedliche Anforderungen benötigen und im täglichen Betrieb unterschiedliche Aufgaben haben (sollten).

s_gelb

Zitat von: 5047er am  25 01, 2026, 18:47Ja eh. Aber wenn dein toller Bus nicht minderwertig ist, muss er ja zumindest gleichwertig wie die Straßenbahn sein.



Nein - weil minderwertig ein vollkommen in übergeordnetem Maße abwertender Begriff ist.

Hat jetzt beispielsweise Stattegg mit einem 10 Minutentakt, das Stiftingtal mit einem 15 Minutentakt, Hausmannstätten mit 6 Busverbindungen pro Stunde nach Graz, Raaba mit 11 Busverbindungen pro Stunde nach Graz nur eine minderwertige Öffi-Anbindung nach Graz?