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Thema: Der Radweg-Thread (163205-mal gelesen) Vorheriges Thema - Nächstes Thema

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  • Amon
Re: Der Radweg-Thread
Antwort #555
Naja, eine Fahrradstraße zum Beispiel ist ja kein "großer Brocken". Das kostet auch fast nix. Die wird verordnet und ein paar Tafeln aufgestellt. Und dass der Output nach 3 Jahren nur eine Straße am Stadtrand ist, enttäuscht mich dann doch.

  • PeterWitt
Re: Der Radweg-Thread
Antwort #556
Naja, eine Fahrradstraße zum Beispiel ist ja kein "großer Brocken". Das kostet auch fast nix. Die wird verordnet und ein paar Tafeln aufgestellt. Und dass der Output nach 3 Jahren nur eine Straße am Stadtrand ist, enttäuscht mich dann doch.
Die Errichtung ist gewiss kein großer Aufwand, aber die Entscheidung zur Umsetzung! Ich denke da nur zB. an die Unterführung Josef-Huber-Gasse, die ja auch von oberster Stelle quasi "verordnet" wurde, mit allen Folgen wie zB. der Absage der SW-Linie für zehntausende tägliche Fahrgäste, oder auch dem neuerlichen Kippen der schon dringend benötigten Entlastungsstrecke, um überhaupt ein zeitgemäßes und verlässliches Angebot für die Fahrgäste (die Straßenbahn trägt zahlenmäßig ja doch die Hauptlast) bieten zu können. Alles, nur um ja dem PKW-Verkehr (und dem Steckenpferd Taxi in allen Ausprägungen) genug Platz zu geben und nur ja nichts wegzunehmen.
An Ideen für sinnvolle neue Radwege, Radstraßen etc. scheitert es bestimmt nicht, bloß sollte man nicht vergessen wer in St. Betonien den Ton angibt...

  • Martin
  • Global Moderator
  • Styria Mobile Team
Re: Der Radweg-Thread
Antwort #557
Die Errichtung ist gewiss kein großer Aufwand, aber die Entscheidung zur Umsetzung! Ich denke da nur zB. an die Unterführung Josef-Huber-Gasse, die ja auch von oberster Stelle quasi "verordnet" wurde, mit allen Folgen wie zB. der Absage der SW-Linie für zehntausende tägliche Fahrgäste, oder auch dem neuerlichen Kippen der schon dringend benötigten Entlastungsstrecke, um überhaupt ein zeitgemäßes und verlässliches Angebot für die Fahrgäste (die Straßenbahn trägt zahlenmäßig ja doch die Hauptlast) bieten zu können. Alles, nur um ja dem PKW-Verkehr (und dem Steckenpferd Taxi in allen Ausprägungen) genug Platz zu geben und nur ja nichts wegzunehmen.
An Ideen für sinnvolle neue Radwege, Radstraßen etc. scheitert es bestimmt nicht, bloß sollte man nicht vergessen wer in St. Betonien den Ton angibt...
Also was die Fahrradstraße betrifft so ist "Am Wagrain" im Abschnitt Kapellenstraße - Ulmgasse bereits jetzt eine Sackgasse für den MIV also quasi eh schon eine Fahrradstraße. - Dort brauchst wirklich nur zwei Taferln hinstellen. Das als neue Fahrradstraße zu bewerben ist fast als Verhöhnung zu sehen.  :boese:

Wessen Steckenpferd ist denn das Taxi? - Also Taxis sind in Graz nicht unbedingt sehr beliebt bzw. gefördert, wenn man sich ansieht, wo bzw. wie weltfremd oft neue Taxistandplätze angelegt werden. - Das müsstest genauer erläutern, was Du da meinst?
GLG
Martin

Re: Der Radweg-Thread
Antwort #558
Hör´ mir bitte auf, wegen der Taxistandplätze zu jammern.

Ich hatte über 10 Jahre lang das zweifelhafte "Vergnügen" einen solchen direkt gegenüber meiner Wohnung zu haben.
In den Sommernächten haben die Fahrer laute Balkanmusik gespielt und über die Freisprechanlage Ferngespräche nach Afrika (?) geführt.

Wenn ein befreundeter Kollege am Standplatz vorbeigefahren ist, gab es ständig "Begrüßungshuper". Ja, in der Nacht!
Im Winter stellten viele Taxler den Motor nicht ab, obwohl die Fahrzeuge mit einer Standheizung ausgestattet sind.
Es ist aus meiner Sicht also kein Wunder, wenn niemand einen Taxistandplatz vor seinem Heim haben möchte.

HG
Der Empedokles (ital. Empedocle) ist ein Unterwasservulkan in der Straße von Sizilien. Die höchste Erhebung liegt rund 7 bis 8 Meter unter der Meeresoberfläche. Ein starker Ausbruch des Empedokles könnte einen Tsunami auslösen.

  • Ch. Wagner
  • Member*
Re: Der Radweg-Thread
Antwort #559
Ich hatte über 10 Jahre lang das zweifelhafte "Vergnügen" einen solchen direkt gegenüber meiner Wohnung zu haben.
In den Sommernächten haben die Fahrer laute Balkanmusik gespielt und über die Freisprechanlage Ferngespräche nach Afrika (?) geführt.



Warum aber telefonieren Balkanmusikhörer nach Afrika?
Weil ich angeblich unhöflich bin:
"Denkt daran, das Schwein von heute ist der Schinken von morgen"
(Mathias Beltz)

"pungitius pungitius"

Re: Der Radweg-Thread
Antwort #560
Lieber Christian,

hab´ mir eh schon gedacht, dass das bei Dir endlose (?) Fragen aufwerfen wird.
Jedenfalls wäre es von der Lautstärke her durchaus möglich gewesen bis nach Südafrika zu telefonieren!
Bevor noch andere Fragen von Dir kommen: Ich mag die Balkanklänge sehr. Aber nicht um 2:00 Uhr in der Früh`!

Noch etwas zum "geplagten" Taxigewerbe:
Es ist vielleicht 15 bis 20 Jahre her, da haben sich die Taxifahrpreise auf einmal um ca. 30 Prozent erhöht.
Die Taxifahrer haben aber deswegen nicht mehr im Geldbörsel gehabt. Ganz im Gegenteil!
Angeblich war die Konkurenz unter den Unternehmern zu hoch. *hüstel*

LG
Der Empedokles (ital. Empedocle) ist ein Unterwasservulkan in der Straße von Sizilien. Die höchste Erhebung liegt rund 7 bis 8 Meter unter der Meeresoberfläche. Ein starker Ausbruch des Empedokles könnte einen Tsunami auslösen.

  • Amon
Re: Der Radweg-Thread
Antwort #561
Ich hatte über 10 Jahre lang das zweifelhafte "Vergnügen" einen solchen direkt gegenüber meiner Wohnung zu haben.
In den Sommernächten haben die Fahrer laute Balkanmusik gespielt und über die Freisprechanlage Ferngespräche nach Afrika (?) geführt.

Warum aber telefonieren Balkanmusikhörer nach Afrika?

Niemand hat geschrieben, dass das dieselbe Person war. Abgesehen davon, dass es völlig egal ist...

Zum Thema:

Dieser Pressetext wurde von MoVe iT heute ausgesendet:

MoVe iT nimmt die angekündigten Maßnahmen von Verkehrsstadträtin Elke Kahr für den Radverkehr zur Kenntnis, jedoch möchten wir darauf hinweisen, dass diese Maßnahmen viel zu vage und zu wenig weitreichend für eine Verkehrswende sind. Eine Fahrradstraße am Stadtrand (in einer Straße, wo es ohnehin kaum KFZ-Verkehr gibt) und ein Lückenschluss am Grieskai sind natürlich zu begrüßen, damit Graz zu einer echten Fahrradstadt werden kann, ist aber einiges mehr nötig. Anbei finden Sie die Presseinformation zum Radverkehrs-Teil des MoVe iT Mobilitätsplans 2030. Aus unserer Sicht ließe sich eine Vielzahl von Nebenstraßen ohne nennenswerten Aufwand und Kosten als Fahrradstraßen verordnen. Ziel muss auch hier sein, dass jeder Bezirk zumindest eine vollwertige Fahrradstraße und/oder Rad-Hauptverkehrsache hat:

Hierzu einige Beispiele aus dem Mobilitätsplan:

* St. Leonhard: Rechbauerstraße, Naglergasse, Schörgelgasse
* Geidorf: Laimburggasse, Vogelweiderstraße
* Lend: Neubaugasse
* Jakomini: Brockmanngasse, Klosterwiesgasse
* Liebenau: Neufeldweg
* Waltendorf: Schulgasse, Dr. Robert-Graf-Straße

usw.


Leider scheinen bei verkehrspolitischen Entscheidungen noch immer die Interessen des KFZ-Verkehrs stark überbewertet zu werden. Auf Kosten anderer Verkehrsteilnehmer*innen.


Auch wenn die Kleine Zeitung das alles supertoll findet, für eine Verkehrswende wird's nicht reichen...

  • flow
Re: Der Radweg-Thread
Antwort #562
* St. Leonhard: Rechbauerstraße, Naglergasse, Schörgelgasse

Morellenfeldgasse...?!
Morteratsch - fermeda sün dumanda

  • PeterWitt
Re: Der Radweg-Thread
Antwort #563
Wessen Steckenpferd ist denn das Taxi? - Also Taxis sind in Graz nicht unbedingt sehr beliebt bzw. gefördert, wenn man sich ansieht, wo bzw. wie weltfremd oft neue Taxistandplätze angelegt werden. - Das müsstest genauer erläutern, was Du da meinst?
Nun, es gibt da zB Interviews,  in denen der Hr Bürgermeister sich wünscht, dass Graz wie New York ist, dass jeder Bürger nur seine Hand heben muss und schon hat man ein Taxi. Selbiger wünscht auch eine Einbeziehung der Taxis in den Verkehrsverbund, würde gerne den Schwachlast-ÖV auf Taxis mit Gutscheinen oder Flatrate (ich glaube, da waren einmal 6€/Fahrt ventiliert) umstellen, und zB in Reininghaus wird ganz offiziell das innovative Verkehrskonzept gepriesen, in dem die Schaffung von E-Taxi Standplätzen hervorgehoben wird.

Nichts gegen Taxi, ich finde sie zB sinnvoller und praktikabler als Carsharing (weil preislich kaum etwas um, aber spontan kurzfristig verfügbar und ohne Stress wie leerer Tank beim Einsteigen etc), aber letztlich ist es meist auch ein Armutszeugnis für den öffentlichen Verkehr, wenn man auf ein Taxi angewiesen ist, weil das Angebot im ÖV so schlecht ist (zB Frühmorgen- und Spätabend-Verbindungen zur ÖBB).

  • Amon
Re: Der Radweg-Thread
Antwort #564
* St. Leonhard: Rechbauerstraße, Naglergasse, Schörgelgasse

Morellenfeldgasse...?!

Genau. Möglichkeiten ohne Ende. Engelgasse würde mir auch noch einfallen. Man muss sich halt trauen. Das ist weder teuer, noch planungsaufwändig...

  • PeterWitt
Re: Der Radweg-Thread
Antwort #565
Genau. Möglichkeiten ohne Ende. Engelgasse würde mir auch noch einfallen. Man muss sich halt trauen. Das ist weder teuer, noch planungsaufwändig...
Machbar wäre natürlich einiges, aber ich denke, es sollte schon auch sinnvoll sein.
Gerade am Beispiel Engelgasse frage ich mich schon auch, was das bringe sollte? Ich bin dort aufgewachsen, die Straße ist breit (bis auf das Stück vor dem Kindergarten, aber auch da würde ein simples Halteverbot Wunder wirken), nicht so stark frequentiert als dass es für Radfahrer ein Problem wäre, und vir allem: wo will man hin, wo kommt der Radverkehr her? Die Einmündung in die Elisabethstraße wäre wohl nur mit einer zusätzlichen Ampel lösbar (zusätzlich zu jener, die die ÖV-Trasse am Leonhardgürtel benötigen wird), aber was will ich dort als Radfahrer dann in der IV-Hölle?
Da wäre es wohl sinnvoller, die Achse Schanzelgasse/Leechgasse/Zinsendorfgasse als komplette Fahrradstraße zu wählen, das würde die Erschließung des LKH und MedUni deutlich verbessern und den Radverkehr auch aus Ragnitz/Stifting beschleunigen.

Re: Der Radweg-Thread
Antwort #566
...ein Lückenschluss am Grieskai sind natürlich zu begrüßen...
Leider scheinen bei verkehrspolitischen Entscheidungen noch immer die Interessen des KFZ-Verkehrs stark überbewertet zu werden. Auf Kosten anderer Verkehrsteilnehmer*innen.

Auch wenn die Kleine Zeitung das alles supertoll findet, für eine Verkehrswende wird's nicht reichen...
Natürlich wird es für eine Verkehrswende nicht reichen! Aber gerade das einfach nur als "Lückenschluss" kleingeredete Projekt am Grieskai lässt für die Zukunft hoffen.
Denn es ist in der Größenordnung Wickenburggasse einzuordnen. Hier sogar mit dem Zusatz, dass nicht nur eine MIV Spur wegfällt, sondern dass in eine Richtung somit kein MIV mehr möglich sein wird!

Wenn die Umsetzung nicht scheitert, zeigt das, dass es in Graz doch möglich ist dem Auto immer wieder auch ein einschneidendes Stückchen wegzunehmen. Im Idealfall wird dann aus "immer wieder" "regelmäßig".

  • kroko
Re: Der Radweg-Thread
Antwort #567
Das Projekt am Grieskai könnte tatsächlich Signalwirkung haben. Für die allermeisten Leute ist klar, dass mehr oder weniger jede Stelle in der Stadt mit dem Auto erreichbar sein muss, d.h. dass man in jeder Straße autofahren können muss. Aber heißt das zwangsläufig, dass man dort mit dem Auto in beide Richtungen fahren können muss?

Falls die Sache am Grieskai klappt, könnte man nach demselben Muster auch an anderen Stellen vorgehen - ich denke mal an den Lendkai nördlich der Murinsel, wo die Lage einigermaßen ähnlich ist. Der Druck ist halt am Grieskai besonders hoch - schließlich gibt's dort derzeit nicht mal eine schlechte Lösung für Radfahrer (wie am Lendkai, oder an tausend anderen Stellen der Stadt), sondern gar keine, und es sollte allen klar sein dass da was gemacht werden muss.

Übrigens, traut sich wer eine Prognose abgeben: Falls der Grieskai zur Einbahn Richtung Süde wird, was wird dann eigentlich aus der Abfahrtsrampe von der B.-v.-S.-Brücke runter? Die wird dann ja nicht mehr benötigt, oder?

Re: Der Radweg-Thread
Antwort #568
In dieser Sache gibt es zwei wesentliche Punkte

1. Selbstverständlich wären/sind die meisten Radverkehrsmaßnahmen keine teuren Projekte, sondern hätten/haben in vielen Fällen eine Reduzierung des Platzes für den MIV zur Folge (Parkplätze, Spuren)

2. die wirklichen Großprojekte sind natürlich von entsprechender finanzielle Bedeckung durch den Finanzstadtrat abhängig, alle Stadträte außerhalb der Koalition werden seitens der FPÖVP eher kurz gehalten (das gilt im Übrigen auch für den Gehsteigausbau - es passiert was, aber alles auf relativ kleiner Flamme).

Das Blatt hat also immer zwei Seiten - wie schon gesagt, Elke Kahr ist zu sehr Realpolitikerin. Das ist jetzt leider zu Defensiv, aber grundsätzlich schon in Ordnung. Dass die Grünen da trommeln ist auch klar, da geht es um deren höchst eigenes Interesse. Leider war in der Zeit der Ressortverantwortung durch Frau Rücker das Ergebnis auch nicht so sonderlich berauschend.

W.
"Es gehört nicht zum Begriff der Demokratie, dass sie selbst die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft. Man muss auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber aufbringen, die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie umzubringen"
(Carlo Schmid, SPD, 1948)

  • Amon
Re: Der Radweg-Thread
Antwort #569
Das Projekt am Grieskai könnte tatsächlich Signalwirkung haben. Für die allermeisten Leute ist klar, dass mehr oder weniger jede Stelle in der Stadt mit dem Auto erreichbar sein muss, d.h. dass man in jeder Straße autofahren können muss. Aber heißt das zwangsläufig, dass man dort mit dem Auto in beide Richtungen fahren können muss?

Falls die Sache am Grieskai klappt, könnte man nach demselben Muster auch an anderen Stellen vorgehen - ich denke mal an den Lendkai nördlich der Murinsel, wo die Lage einigermaßen ähnlich ist. Der Druck ist halt am Grieskai besonders hoch - schließlich gibt's dort derzeit nicht mal eine schlechte Lösung für Radfahrer (wie am Lendkai, oder an tausend anderen Stellen der Stadt), sondern gar keine, und es sollte allen klar sein dass da was gemacht werden muss.

Ich will/wollte das Projekt auch nicht schlechtreden. Aber als Antwort auf den dringlichen Antrag im Gemeinderat bezüglich Verkehrswende ist es mir dann doch ein bisschen zu wenig. Ich weiß mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, dass viele Projekte vom Straßenamt schlichtweg aus ideologischen Gründen abgelehnt werden und die zuständige Stadträtin hier von ihren Durchgriffsrechten keinen Gebrauch macht. Das gilt für den Ausbau des Radwegs am Lendkai (nördlich der Ökonomiegasse) ebenso, wie für diverse geeignete Fahrradstraßen.

O-Ton von Kahrs Pressesprecher auf Facebook: "Straßen mit 'übergeordneter Funktion' können keine Fahrradstraßen werden" - sprich: überall, wo Autos durchfahren, müssen sie auch weiterhin durchfahren dürfen. Das steht sicher nicht im Gesetz sondern ist wohl auf dem Mist des werten Herrn Thomas F. gewachsen. Aus meiner Sicht kann jede Nicht-Vorrangstraße als Fahrradstraße verordnet werden. ÖV-Routen würde ich allenfalls ausnehmen. Inakzeptabel für mich.

Wie seht ihr das? Gibt es Juristen hier im Forum?